20.05.06 Haus 11 Zuffenhausen
Römerstein Vorentscheid Haus 11 Zuffenhausen
Text Florian Pfirrmann, Bilder Gunther Sanwald

Am 15.07. steigt in Urach das diesjährige Römerstein Open Air und neben namhaften Acts wie Brainstorm und Stormwitch werden auch regionale Bands dort spielen. Um wen es sich dabei handeln wird, sollte unter anderem bei diesem Vorentscheid in Stuttgart Zuffenhausen bestimmt werden. Es traten an: Crowd in Anger und Carnival of Souls. Die dritte angekündigte Band, Targa, hatten kurzfristig abgesagt, so dass die Zuschauer nur zwischen den beiden erst genannten Bands entscheiden mussten.


Crowd in Anger machte den Anfang und es ging von Beginn an zur Sache. Die vier Jungs waren sofort in ihrem Element, nach kurzem selbst gespielten Intro war Headbanging angesagt. Crowd in Anger prügelten ihren 80er Jahre Speed Metal in das zahlreich mitgereiste Publikum und hatten damit natürlich schon mal einen Vorteil. Das Publikum warf, wie von der Band vorgemacht, die Köpfe von links nach rechts und zwar vor und durchaus auch auf (!!) der Bühne.
Rein musikalisch haben Crowd in Anger in ihrer Bandinfo durchaus Recht. Es klingt alles irgendwie nach den frühen Metallica, manchmal sogar etwas zu sehr. Allein gesanglich sollte sich Sänger Michael mal von den Metallica Vorgaben entfernen, das wirkt alles sehr Hetfield lastig. Auch instrumental wirkt der Versuch, an die erfolgreichste Metal Band der Welt heranzukommen manchmal etwas zögerlich und unausgereift. Doch Crowd in Anger haben richtig Lust auf das, was sie tun, und das kommt auch so rüber. Zumindest Sänger Michael hat die Ausstrahlung, die ein Frontman braucht und er bringt seine Lyrics auf den Punkt.

Wie das komplette Gegenteil wirkte der Auftritt von Carnival of Souls. Musikalisch und gesanglich spielt die Band mindestens eine Liga höher als Crowd in Anger, zweistimmige Gitarrenparts erster Güte, ein Sänger mit einer riesigen Bandbreite in der Stimme und insgesamt wunderbar eingespielt. Nur an vereinzelten Stellen merkte man, dass dies der erste Auftritt seit 6 Monaten war. Abstriche muss man bei Carnival of Souls allenfalls bei der Darstellung machen, die konnte mit der ihrer Vorgänger nicht mithalten.
Carnival of Souls erinnern teilweise etwas an Savatage, auch was Arrangements betrifft, sie haben von ordentlichen Metal Parts bis zur Gänsehaut Halbballade (Addicted) alles im Programm, eine große musikalische Spanne, die Lust auf mehr macht. Im Allgemeinen eher eine Band für Zuhörer als für Headbanging Publikum.

Während die Stimmen ausgezählt wurden spielten außer Konkurrenz noch Subterfuge Carver, die ihren Stil New Death Core nennen, und so klingt es auch. Schneidende Gitarrenriffs werden von heftigen Schlagzeug Beats nach vorne, ja, man muss sagen geprügelt und der Sänger schreit sich die Seele aus dem Leib. Das macht er auch verdammt gut, ehrlicherweise muss man sagen, dass der ein oder andere Versuch zu singen gründlich in die Hose geht.
Ingesamt bleibt bei Subterfuge Carver kein Platz für Kompromisse oder für Verschnaufpausen, vom ersten bis zum letzten Ton wird durchgepowert. Die Band zeigt eine perfekte Metal Show auf der Bühne und beendet einen gelungenen Konzertabend im Haus 11.

Doch da blieb ja noch die Auflösung des Vorentscheids.
Erfreulicherweise waren die Stimmen für die beiden zur Auswahl stehenden Bands wohl so knapp verteilt, dass sich der Veranstalter entschloss, beide Bands mit ins Line-Up für das Römerstein Open Air zu nehmen. Eine gute Entscheidung und insgesamt auch völlig zurecht